Wir kooperieren mit Lautmalerei und einstürzenden Satzbauten

Alle Zeichen leg ich hin.
Ohne Regel, nur nach Ton.
An Enden, in Mitten und
mit größter Freude an den Anfang.

Denn …
euch gehts nen Scheißdreck an
wo bei mir das Komma wohnt!
Weshalb ich fest umklammere,
wo ich in zu vielen leeren Stellen

mal kurz atme

und mit nem Punkt
den Schlussstrich zieh!

-cb-

Aus uns wird kein Stand-Up

Ich denk wohl nicht das wir in den letzten paar Minuten
bis zum Gong noch zur Pointe kommen,
oder auch nur ein Stück vom Witz gemeinsam exerzieren,
wo der Mond am Himmel, den Lacher doch,
genau wie wir,
so nötig hätte.

Einfach mal fallen lassen,
was zu tragen wir doch viel zu sehr gewöhnt sind.

Einfach mal die Scherben zusammen liegen lassen
und versuchen in gläsernen Runen
die Zukunft in ungleichen Mustern zu lesen,
bis wir selbst den Witz verstehen
und der Mond uns applaudiert. 

-cb-

Mach mal die Augen zu, dann siehst wo’s lang geht

»Ist es nicht schön?«,
sag ich maximal
auf ne kleine ironische Art,
denn sonst würd ich
zwangsläufig zugeben müssen,
dass hier gar nix schön ist,
ausser Du schön blöd.

-cb-

Wir sind alle prePaid und dieses R-Gespräch deckt nicht mal ne Flat ab

Hey, du da oben!
Oder stehst du eigentlich
unsichtbar im Dunkel neben mir,
hälst mir im Regen den Rücken frei,
wo ich das schwankende Resultat
von Wenn und Aber
auf die unbrauchbare Agenda lege,
die nur darauf fusst
das du nicht mehr hier bist
und ich nicht dabei.

-cb-

Gibt es wohl ein gefühltes Äquivalent zu Winterreifen?

In vielen ungezählten Stunden lieg ich nur da.
Schauen aus dem Fenster nach draussen,
in die langsam erwachende Welt und warte.

Warte auf den kalten silbrigen Schnee,
der aus unsichtbaren Kisten im erwachenden Himmel fällt
und der Welt ihre Härte nimmt. 

Damit jeder meiner vorsichtigen Schritte gedämpft und bedacht,
kurze Zeit für alle Augen sichtbar,
auf dem Weg nach Hause,
im Licht der dunklen Straßen,
hinter mir verweht. 

-cb-

Im Grunde ist das Leben auch nur ne Nummer zu klein für deinen Wohlstandsbauch.

Wir sollten alle mal länger an langen Tagen liegen bleiben,
bis uns die schwer bepackten Rücken schmerzen,
vor Entspannung und Ruhe und nur die Wunden Stellen
noch ein wenig jucken, wenn wir endlich verstehen
das uns das Leben selbst gehört und
nicht dem Anspruch dadraussen. 

Nimm dir doch mal eine von den kleine Auszeiten,
die der Takt der geplanten Tage dir einräumt und
bleib einfach Still sitzen, bis dein Knoten
sich in all den kleinen Schlaufen entwirrt,
bevor du wieder aufstehst und am langen Ende wer Anders zieht
und dir das Korsett wieder fest um die Rippen schnallt,
damit du dünn und schön deine Zeit in jeder noch so kleinen unbedeutenden Spalte, erdacht von den Plänen der Anderen, verschwendest. 

-cb-

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